Focusing / Training in Achtsamkeit

Was ist Focusing?

  • Focusing ist - nach seinem Begründer Eugene T. Gendlin - eine psychologische Methode, die philosophisch untermauert, empirisch überprüft und klinisch erprobt ist. In ihrem Zentrum steht das achtsame Wahrnehmen des körperlichen Erlebens (als Basis allen Erlebens und Erfahrens), „Experiencing“ genannt. – Focusing zu betreiben bedeutet, der Stimme des Körpers zu folgen.
  • Aus diesem inneren „Experiencing“ können sich unter bestimmten Bedingungen lösungsorientierte Schritte entfalten - Denkschritte und Heilungsschritte zugleich, wie Johannes Wiltschko sagt.
  • Als Methode angewandt, dient Focusing der Innenschau & einem effizientem Selbstmanagement. Auch beschreibt es den Kernprozess persönlicher Veränderung.
  • Metaphorisch könnte man sagen: Focusing gleicht einem „inneren Ankommen bei sich selbst “
Focusing kann als eine körperbasierte Weiterentwicklung von Carl R. Rogers' humanistischem Ansatz für Psychotherapie & Beratung beschrieben werden. Entwickelt wurde es von Gene Gendlin.

Weitere Stichworte zur Beschreibung:

Focusing - eine heilsame Beziehung zu sich selbst herzustellen - ist ausgerichtet auf:

  • körperliches Wohlbefinden,
  • Freiraum schaffen und Stress verwandeln,
  • sich jederzeit entspannen können,
  • die Reichhaltigkeit der inneren Welt entdecken,
  • innere Klarheit finden und eigene Ressourcen nutzen,
  • weiterführende Lebensschritte von innen heraus entstehen lassen.

Focusing - eine hilfreiche Beziehung zu anderen Menschen herzustellen - beinhaltet:

  • echtes Zuhören und wirkliches Antworten,
  • sich selbst und andere in Konflikten und Belastungen authentisch zu begleiten,
  • den persönlichen Wandlungsprozess systematisch zu begleiten,
  • partnerschaftliches Focusing zu praktizieren.

Focusing - ›mit dem Körper denken‹ - ist mehr als kognitives Denken:

  • das meint, sich Zeit zu nehmen und genauer hinzuspüren auf die Grauzone zwischen Ahnen / Nicht-Wissen / und Wissen… (denn der Körper weiß mehr als der Kopf);
  • es geht darum, „mit oder bei dem schon Gespürten, aber noch nicht Gewussten ein wenig zu verweilen“ (Wiltschko); - dann können sich aus dem Körpergedächtnis neue Wahrnehmungsschritte entfalten...
  • Mit etwas Übung festigt sich daraus die überaus nützliche Fähigkeit:  kreativ zu planen und innovativ zu entscheiden.

Focusing - als spirituelle Kraft - bedeutet:

  • in der unendlichen Reichhaltigkeit des eigenen Körpers zu leben,
  • im Atem zu „wohnen “,
  • sich in dem „Mehr-als-selber-schon-Gewussten“ aufgehoben zu fühlen und darüber dankbar zu sein.

Literaturempfehlung:

  • Gendlin, Eugene T. (1978): Focusing. Selbsthilfe bei der Lösung persönlicher Probleme. Otto Müller: Salzburg 1981
  • Gendlin, Eugene T. (1986): Dein Körper - dein Traumdeuter. Innere Achtsamkeit: mit Focusing Träume verstehen. Klett-Cotta: Stuttgart 2009
  • Gendlin, Eugene T. (1996): Focusing-orientierte Psychotherapie. Ein Handbuch der erlebensbezogenen Methode. Pfeiffer: München 1998
  • Renn, Klaus (2006): Dein Körper sagt dir, wer du werden kannst. Focusing - Weg der inneren Achtsamkeit. Herder: Freiburg Basel Wien
  • Renn, Klaus (2016): Magische Momente der Veränderung. Was Focusing bewirken kann. Kösel: München
  • Wiltschko, Johannes (2010): Hilflosigkeit in Stärke verwandeln. Focusing als Basis einer Metapsychotherapie. Bd.1. Ed. Octopus: Münster
  • Wiltschko, Johannes (2011): Ich spüre, also bin ich! Nicht-Wissen als Quelle der Veränderung. Bd.2. Ed. Octopus: Münster

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Bemerke, was sich in dir drinnen tut!
Sonst drängt es vielleicht eruptiv ans Licht.

Nächtliche Fahrt. - Einsamkeit & Selbstbestimmung
liegen nahe beieinander.

Horch auf deinen Atem, er fließt…
Spüre dabei nach, wie du geerdet bist.

Zitate:

Das größte Privileg im Leben ist,
derjenige sein zu dürfen, der man ist.

(Joseph Campbell)

Tu deinem Leib des Öfteren etwas Gutes,
damit deine Seele Lust hat, darin zu wohnen.

(Teresa von Avila)

Die Weisheit eines Menschen misst man nicht
nach seinen Erfahrungen, sondern nach
seiner Fähigkeit, Erfahrungen zu machen.

(George Bernard Shaw)